Nächste Bauetappe: Die Unikornische Staatsbahn hat fertig!

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Die Unikornische Staatsbahn soll ja eigentlich schon längst zwei neue Bahnhöfe in Betrieb genommen haben. Zwei Enkel richten regelmäßig ihre Anfragen an das Unikornische Verkehrsministerium. Doch von dort kommen noch keine positiven Bescheide. Aber unlängst hat der Geheime Bahnrat Doncolor von Spessart und zu Mönchberg das Jahrhundertbauprojekt vorangetrieben. Seht selbst, was dabei herausgekommen ist.

Neubau meiner H0-Anlage

Der Neubau meiner Modellbahnanlage steht ja schon länger an. Seit über 40 Jahren musste mir ein kleiner Endbahnhof in Spurgröße H0 an eingleisiger Strecke genügen. Das ist natürlich ein bisschen zu wenig, wenn man seinen Fuhrpark mal ausfahren lassen will.

Mit dem Doncolor zusammen habe ich das Projekt begonnen. Eine kleine Modellbahnanlage soll es werden. Mit den Maßen 120cm x 120cm. Sie soll aus zwei trennbaren Hälften bestehen. Schließlich möchte ich sie auch mal in kompakter Form auf den Wohnzimmertisch stellen und darauf rangieren können. Wenn die Enkelz kommen. Oder wenn ich abends mal Bock auf etwas Rangierbetrieb habe.

Viel Streckenbetrieb habe ich nicht vorgesehen, dafür umso mehr Verladestellen für einen abwechslungsreichen Rangierbetrieb. Jede der beiden halben Modellbahnanlagen soll mehrere Verladestationen erhalten. Da gibt es dann viel hin- und herzurangieren.

Rechts kann man mal den Blick auf eine Hälfte werfen.

Lauschig ist es hier beim Doncolor. Auf der Terrasse bei Sonnenschein hat er gut werkeln.

Lauschig ist es hier beim Doncolor. Auf der Terrasse bei Sonnenschein hat er gut werkeln.

Die eine Hälfte der quadratischen H0-Modellbahn.

Die eine Hälfte der quadratischen H0-Modellbahn.


Der Unterbau

… war eine Heidenarbeit. Aus Sperrholz haben wir den Rahmen aus 10cm-Profilen gesägt, montiert und geleimt. Für die Weichen haben wir Aussparungen aus der zugrundeliegenden Holzplatte gesägt (Stichsäge, Heidendreck…), sodass wir von unten an die Weichenantriebe dran können. Weil ja immer mal was zu reparieren ist.

Den Gleisplan entnehmt ihr bitte den Fotos. Er ist keine Raketenwissenschaft, halt von mir für möglichst viele Verladestationen geplant. Zwei Personenbahnhöfe sind mit drauf. Deren kurze Bahnsteige liegen ein wenig in der Kurve, damit man eine größere gefühlte Bahnhofslänge hinkriegen kann. Aber da ja ohnehin nur kurze Züge verkehren werden, sollte das passen.

Ich dachte dabei an Schienenbusse oder Dampftriebwagen oder wenn es paar Epochen früher passiert: ne kleine Dampflok mit 3-4 Waggons. Epochemäßig will ich da nach Belieben wechseln. Mal Epoche I und wenn ich Böcke habe, auch mal Epoche II, III und IV. Ganz modern wird’s eher nicht. Und da alles recht ländlich gehalten wird, werden die Epochen sich mit den Bauwerken und der Ausgestaltung anfreunden können.

Die Geleise sind zerlegt. Doncolor lötet Kabel an die Gleise, denn jeder Gleisstrang wird für sich angeschlossen.

Die Geleise sind zerlegt. Doncolor lötet Kabel an die Gleise, denn jeder Gleisstrang wird für sich angeschlossen.

Unten drunter wird es wild. Die elektronischen Relais zum Schalten von Weichen und Stromlos-Abschnitten wollen versorgt werden.

Unten drunter wird es wild. Die elektronischen Relais zum Schalten von Weichen und Stromlos-Abschnitten wollen versorgt werden.


Gleissystem, Strom und so

Wie man eventuell schon erkannt hat, sind es Märklin C-Gleise, die wir verwenden. Wir haben sie gewählt, weil sie einen stabilen Aufbau haben und das Basis-Schotterbett schon mit dran ist. Man kann bequem Kabels verdeckt anlöten und alles im Schotterbett verstecken, was keiner sehen soll. Ja, und unsere Loks fahren darauf recht zuverlässig. Naja, paar Sachen kriegt Märklin ja doch noch hin. C-Gleis zum Beispiel.

Allerdings fahren wir auf dem C-Gleis Gleichstrom und Wechselstrom. Natürlich nicht gleichzeitig, sondern gezielt und nach Bedarf. Wir haben beide viele Lokomotiven in Wackelsaft- und Glattsaft-Ausführung. Die wollen wir nicht alle umtauschen. Ist auch nicht nötig.

Damit die C-Gleise mit beiden Stromsystemen bedient werden können, hat der Doncolor die Verbindungen zwischen der linken und der rechten Schiene getrennt. Bei den Weichen hat er noch stärker Hand angelegt und es geschafft, dass man auch dort die beiden Gleisstränge und den Mittelleiter gezielt beschicken kann. Die digitalen Relais (waren schweineteuer!) schalten das dann immer richtig.

Digital fahren wir auch nicht. Ich mags analog. Und daher gibt’s auch Stromlos-Abschnitte, in denen meine Loks verschnaufen dürfen. Die sind nicht zu knapp auf beiden Hälften der Anlage verteilt. So kann ich eine größere Menge an Loks abstellen, während rangiert wird. Die vielen Schaltpulte sind für die Weichen (alle elektrisch) und für die Stromlos-Abschnitte.

Die Prellböcke zogen Doncolors besondere Aufmerksamkeit auf sich. Märklin versieht ja Prellböcke mit Puffern. Sicher eine nette Idee, wenngleich ich keine Bahngesellschaft kenne, welche diese Idee aufgegriffen hätte. Wir haben uns daher für die klassische Variante eines Prellbocks mit Bohle zum Dranrumpeln entschieden. Dazu zauberte Doncolor einen Plastikprellbock aus irgendeinem Anfängerset (von Märklin?) herbei und der wurde dann verbaut.

Eine ganze Batterie von Schaltpulten von Märklin für die elektrischen Weichen und für die Stromlos-Abschnitte. Jede Anlagenhälfte hat ihre Schaltpult-Batterie!

Eine ganze Batterie von Schaltpulten von Märklin für die elektrischen Weichen und für die Stromlos-Abschnitte. Jede Anlagenhälfte hat ihre Schaltpult-Batterie!

Diese beiden Vollplastik-Prellböcke mussten als Rohmaterial für die Prellböcke auf der Anlage herhalten.

Diese beiden Vollplastik-Prellböcke mussten als Rohmaterial für die Prellböcke auf der Anlage herhalten.

Und so schaut das nach Montage aus.

Und so schaut das nach Montage aus.


Löten & Co.

Ja, da bin ich dem Doncolor sehr dankbar. Mit dem Löten habe ich’s nicht so. Und die Elektrotechnik hatte ich zwar als Fach bis Ende des Studiums belegt, aber was in der Theorie immer wunderprimstens geklappt hat, in der Praxis törnt mich das völlig ab. Da wir sehr viel schalten, mussten Relais her. In den 40 Jahren zwischen meiner ersten Anlage und heute wurden aus den Magnet-Relais solche mit viel Elektronik drinnen.

Doncolor und auch mein lieber Kumpel Alex haben sich da als perfekte Elektronen-Dompteure gezeigt. Immerhin konnte ich meine Wünsche klar äußern. Das fällt ja manch anderem auch sehr schwer.

Nach erfolgter Löterei führten wir auch praktische Tests durch. Schließlich solls ja funktionieren, bevor man ans Schottern und so geht. es waren erstaunlich wenig Leichen im Keller zu finden, muss man sagen. Hey, wir sind voll das A-Team!

Voll profihaft verkabelt! Die Kabel wurden ziemlich übersichtlich geführt, weil man ja davon ausgehen muss, irgendwann mal nach Fehlern zu suchen.

Voll profihaft verkabelt! Die Kabel wurden ziemlich übersichtlich geführt, weil man ja davon ausgehen muss, irgendwann mal nach Fehlern zu suchen.

Die Gleise sind bereits wieder montiert, alles Stränge sind angeschlossen. Man erkennt noch die Nummerierung der Stromlos-Abschnitte und Weichen...

Die Gleise sind bereits wieder montiert, alles Stränge sind angeschlossen. Man erkennt noch die Nummerierung der Stromlos-Abschnitte und Weichen…

Der Rottenführer W. Eberknecht von Bautrupp 4711 inspiziert die Baustelle!

Der Rottenführer W. Eberknecht von Bautrupp 4711 inspiziert die Baustelle!


So schaut sie aus, die Anlage

Wenn man die beiden Hälften zusammenfügt, erkennt man, dass hier zwei Fahrtdienstleiter jeder für sich einen Bahnhof zum Rangieren haben. Daaaaaazu müsste man dann doch wieder digital fahren…

Was ich sagen wollte ist, dass jeder der beiden Bahnhöfe ein Maximum an Spiel- und Rangiermöglichkeiten bietet. Industriebauten zur Bestückung habe ich im Überfluss aus 40 Jahren Sammelleidenschaft… Die müssen dann gezielt ausgewählt werden und draufgesetzt werden.

Die beiden Hälften zur Gesamtanlage zusammengefügt.

Die beiden Hälften zur Gesamtanlage zusammengefügt.

 

Probefahrt mit der Zuckersusi!

Sie ist mein Liebling – und Doncolors auch. Sie hatte die Ehre der Jungfernfahrt auf der Anlage.

Die Zuckersusi von Roco auf der neuen Modellbahnanlage vom Sturmi.

Die Zuckersusi von Roco auf der neuen Modellbahnanlage vom Sturmi.

 

Wie geht’s weiter?

Únd: Wie hasten das gemacht? Und jenes? Und die ganzen anderen Fragen.

Dem gehen wir akribischst nach, sobald es weitergeht. Jetzt, da die Elektrik steht, kann die Landschaft kommen. Wird noch bisle Arbeit werden, aber ihr werdet dabei sein.

Für heute mach ich mal Schluss und freue mich, euch in Kürze wieder hier begrüßen zu dürfen.

Sturmi

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Modellbahner, Spielbahner, Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler, und so einiges mehr. Hier auf Nietenzähler.de posaunt er seine gute Laune und seine Freude mit der Modellbahn in all ihren Schattierungen in die digitale Welt hinaus.

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