Märklin Diesellok V50: Neuentwicklungen aus den Spessartwerken

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Die Diesellok der Baureihe V50 ist eine der selteneren Genossinnen auf der Schiene. Und das Modell, das mir der Doncolor vermachte, ist kein exaktes Modell der V50 und eben doch! Die Märklin Diesellok V50 hat als Grundmodell eine alte und vielfach wenig geschätzte Bekannte: die „Märklin 3078 DHG 500“. Doch wie wurde aus ihr die Märklin V50?

Die Kurze, aber Interessante Geschichte der Baureihe V 50

Die Unbekannte Baureihe V 50

Die Baureihe V 50 zählt zweifellos zu den weniger bekannten Lokgattungen der Deutschen Bundesbahn. Dies verwundert kaum angesichts ihrer äußerst kurzen Einsatzzeit bei der deutschen Staatsbahn. Es war im Jahr 1962, als die DB die Wilhelmsburger Industriebahn in Hamburg übernahm. Zu dieser Zeit schoben dort zwei dreiachsige Dieselloks der Krauss-Maffei-Type ML 500 C Rangierdienst. Die DB vergab für diese beiden Industrieloks schlicht und einfach die offiziellen DB-Nummern V 50 001 und V 50 002.

Eine fragwürdige Notwendigkeit

Die Realität sah jedoch anders aus, denn die beiden Außenseiter im DB-Lokpark wurden tatsächlich nicht dringend benötigt. Zu diesem Zeitpunkt verfügten zahlreiche V 60 bereits über ausreichende Kapazitäten, um den Bedarf in dieser Leistungsklasse zu decken. Zusätzlich erwies sich die Beschaffung von Ersatzteilen für die V 50 als äußerst problematisch. Schon im Oktober 1963 wurden beide Lokomotiven ausgemustert und verkauft.

Ein Erbe der Vergangenheit

Trotz ihrer kurzen Lebensspanne bei der Deutschen Bundesbahn hinterließen die beiden V 50 Loks einen bleibenden Eindruck in der Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens. Ihre Einsatzzeit mag kurz gewesen sein, doch sie sind ein Teil des Erbes der Deutschen Bundesbahn und erinnern uns daran, dass nicht jede Lokomotive eine lange Dienstzeit haben muss, um ihren Platz in der Geschichte zu finden.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

 

Was ändert die Lackierung an der DHG 500?

Der Doncolor pröbelte schon länger mit dem Thema der Umlackierung einer DHG 500. In DB-Lackierung wollte er sie sehen und bitteschön auch etwas angeranzt. Ja, mit der Sauberkeit hat er es bei den Lokomotiven nicht. Ölspuren und Staub und Schmutz, wie sie beim täglichen Rangierdienst anfallen, entfernt er nicht im Betriebswerk, auf dass die Boliden den neuen Arbeitstag strahlend und glänzend erleben. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er eher noch eine Schippe Ruß oben drauf kippt, um glücklich zu sein.

Seine ersten Arbeiten mit DHG 500 hatte ich in der WhatsApp Gruppe verfolgt und war schlichtweg begeistert. Durch die gleichzeitige Alterung (Wheathering) verlieren die DHG 500 ihre Spielzeug-Erscheinung vollends und mutieren zu einer emsigen und im täglichen Einsatz stehenden Rangierlok mit ehrenhaften Aufgaben. Da wird kein knallgelber Bananenwagen rangiert! Eine Gruppe wohlgealterte Gmms 40 dürfen es schon sein.

Nebenbei ist die DHG 500 den Loks der Baureihe V50 nicht unähnlich. Und bedenkt man, dass Märklin oft schlimmere Vereinfachungen an seinen Modellen vornimmt, muss man kein schlechtes Gewissen haben, die DHG 500 im neuen Gewand als Märklin V50 laufen zu lassen.

Wie lackiere ich die DHG 500 in eine DB Lok um?

Der Doncolor hat sich mehrere Farbschemen zurechtgelegt, mit denen er die Umlackierung in einem ersten Durchlauf getestet hat. (Er hat Unmengen an DHG 500 vorrätig…)

  • 6020 Chromdioxydgrün
    Das ist das Grün, das wir von allen Lokkästen der E41, E44, E60, E61, E63, E93, E94 kennen.
  • 5020 Ozeanblau / 1001 Beige
    Das ist die Farbgebung auf der Märklin V50 auf diesen Fotos. Die Deutsche Bundesbahn verwendete die Lackierung „Ozeanblau/Beige“ für ihre Lokomotiven und Waggons in den 1970er und 1980er Jahren. Diese Farbkombination wurde ab 1974 eingeführt und diente als Standardlackierung für die Fahrzeuge der DB. Sie ersetzte die zuvor verwendete grüne Lackierung und war Teil einer Modernisierung und Standardisierung des Erscheinungsbilds der DB-Fahrzeuge. Die „Ozeanblau/Beige“-Lackierung war charakterisiert durch eine ozeanblaue Hauptfarbe mit beigen Akzenten und Streifen. Diese Farbgebung war bis zur Umwandlung der Deutschen Bundesbahn zur Deutschen Bahn AG im Jahr 1994 weit verbreitet und ist heute noch bei einigen historischen Fahrzeugen zu sehen.
  • TEE Rotbeige: 3004 Purpurrot / 1001 Beige
    Die Variante in TEE-Farben macht sich optisch äußerst lecker.
  • RAL 3004/9005 Purpurrot/Schwarz
    Ab 1955 ließ die DB Lokkästen von Diesel- und Kleinlokomotiven mit RAL 3004 bemalen. Dieser Klassiker steht in unserer Favoritenliste ganz weit oben.

Übereinstimmend einheitlich tauchte er den Unterbau der DHG 500 in Schwarz, das auf den Fotos durch die Alterung und Verschmutzung wir ein anthrazitartiges Grau rüberkommt. Es entspricht von seiner Erscheinung her dem 7018 Blaugrau, das die DB verwendete.

Der DB Keks ist ein Decal/Schiebebild, das Doncolor nach fertiger Basis-Lackierung aufbringt und versiegelt.

Die Märklin V50 im Einsatz bei der Unikornischen Staatsbahn

Alle Bilder können übrigens durch Anklicken vergrößert werden.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Diesellok V50 bei der Unikornischen Staatsbahn

Nach den sämtlich erfolgreichen Erstlingswerken von Doncolor in Sachen DHG 500 und DB-Lackierungen kamen auch schon aus dem weiten Anhängerkreis erste Lackier-Aufträge an ihn. Da hatte ich das Nachsehen, denn ich hatte mich sofort dafür begeistert, doch zu lange gezögert, ihm den Wunsch zu übermitteln. Und naklar hat das Business immer Vorrang. Als die Aufträge der Erstserie ausgeliefert waren, kam ich endlich an die Reihe. Tja, und nun steht sie auf meiner Anlage und ich traue mich gar nicht mehr, einen Märklin 4508 Kühlwagen in weiß anzuhängen. Das ist aber auch sehr erklärbar. Die Lokomotive wurde durch die professionelle und vorbildgetreue Lackierung aus dem Spielzeug-Kontext herausgerissen und findet sich jetzt zwischen DB-Loks im modernen, zeitgemäßen Look wieder. Und dort passt der 4508 einfach nicht rein – bei aller Liebe für Retro.

Ich bin glücklich, des Doncolors Lökle der V50 im Dienst meiner Unikornischen Staatsbahn zu wissen. Sicher wird sie Geschwister kriegen. Und sicher wird sie mit einigen Baureihe 212 und Baureihe 290 Übergabeverkehr zwischen Industriebetrieb und Hauptbahn abwickeln. Und ich werde mich darüber freuen, sie im Einsatz zu haben.

Hier noch ein paar Bilder vom Foto-Shooting des Neuzugangs aus den Spessartwerken (wer es noch nicht weiß: Doncolor lebt in Monky Mountain, einem kleinen, feinen Ort im tiefen dunklen Spessart)

Sturmi

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Die Märklin Baureihe V50, eine verwandelte DHG 500.

Über den Autor

Sturmi ist passionierter Modellbahner, Spielbahner, Dioramen- und Modellbauer und Table-Top-Spieler, und so einiges mehr. Hier auf Nietenzähler.de posaunt er seine gute Laune und seine Freude mit der Modellbahn in all ihren Schattierungen in die digitale Welt hinaus.

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