Durch die Addition zweier Gleise entlang des Rheintalabschnitts Müllheim-Auggen wurden Engpässe im Personen- und Güterverkehr auf dem Nord-Süd-Korridor deutlich verringert. Die erhöhte Kapazität wirkt sich positiv auf Taktstabilität und Pünktlichkeitswerte aus, da störungsbedingte Umleitungen und Rangiermanöver minimiert werden. Betriebliche Abläufe gewinnen an Flexibilität, während moderne elektronische Stellwerke eine schnellere Weichenstellung und Störungsbehandlung erlauben. Insgesamt sorgt der Ausbau für planbarere Fahrzeiten und zuverlässigere Lieferketten. Zusätzlich reduzieren sie Wartezeiten an Kreuzungsbahnhöfen spürbar.
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Neubaustrecke Müllheim Auggen startet im Dezember 2025, Ausbau abgeschlossen
Ab Dezember 2025 nahm die sechs Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen Müllheim und Auggen den Betrieb auf. Bereits im März begannen parallele umfassende Untergrundsanierungen, um Stabilität und Tragfähigkeit zu gewährleisten. Insgesamt umfassen die Modernisierungsmaßnahmen rund 67 Kilometer Streckenausbau zwischen Karlsruhe und Basel mit Auslegung für 250 km/h. Innerhalb von sechs Jahren entstanden zwei zusätzliche Gleise, zwölf Brücken wurden vollständig neu errichtet oder erweitert, und die vorhandenen Bahntrassen einer umfassenden Erneuerung unterzogen.
Entlastung von Personen- und Güterverkehr durch deutliche viergleisige Kapazitätserweiterung
Die Erweiterung auf vier Gleise verringert signifikant Verspätungen, indem Rangiermanöver getrennt von Hauptfahrten abgewickelt werden. Durch klar definierte Übergangsabschnitte sinken Wartezeiten an Kreuzungspunkten. Die neue Infrastruktur gewährleistet konstante Fahrpläne mit verbesserter Pünktlichkeit, wodurch Fahrzeiten zuverlässig kalkulierbar bleiben. Insbesondere Pendler profitieren von regelmäßigeren Abfahrten. Gleichzeitig werden Lieferketten planbarer und Produktionsprozesse effizienter, da Güterzüge ohne Umwege direkt durch den erweiterten Korridor fahren können. Die höhere Kapazität stärkt zudem die gesamte Netzstabilität nachhaltig.
Betrieb optimiert: zwölf Brücken, erweiterter Lärmschutz und elektronisches Stellwerk
Zur Realisierung des viergleisigen Betriebs wurden zwölf Stahlbeton- und Stahlträgerbrücken entlang der Bahnachse neu erstellt beziehungsweise verbreitert, um eine gleichbleibende Lastverteilung zu gewährleisten. Ergänzend schützt ein circa acht Kilometer langes System aus neuen und erweiterten Lärmschutzwänden Anwohner und Umgebung vor störenden Geräuschspitzen. Die Einführung eines elektronischen Stellwerks mit redundanter Hardware sowie zusätzlichen Weichenverbindungen ermöglicht eine optimierte Zuglenkung, schnelle Störungsbehandlung und erhöhte Ausfallsicherheit des Schienenverkehrs. Betriebsabläufe profitieren von höherer Präzision, besserer Systemverfügbarkeit.
Moderne Fahrgastinformationssysteme verkürzen spürbar Umsteigezeiten und verbessern Reiseorientierung deutlich
Die Modernisierung der Stationen Müllheim und Auggen umfasst stufenfreie Zuwegungen und präzise angehobene Bahnsteige für ein unkompliziertes Einsteigen. Bodentaktilsysteme und kontrastreiche Markierungen unterstützen sehbehinderte Nutzer bei der Navigation. Nutzer von Rollatoren, Rollstühlen oder mit Gepäck profitieren von verminderten Hindernissen. Kindertaxis und Familien mit Kinderwagen finden barrierefreie Routen. Durch digitale Fahrgastmonitoring-Systeme werden Abfahrtszeiten, Gleiswechsel und Verspätungen unmittelbar angezeigt, was Wartezeiten reduziert und Umsteigeprozesse erleichtert. Optimierte Beleuchtung und Ansagen verbessern zusätzlich Barrierefreiheit.
Bürgermeister Löffler würdigt inklusive Mobilität und erfolgreiche Bahn-Kommune Zusammenarbeit
Verkehrsminister Winfried Hermann würdigt in seiner Stellungnahme die signifikante Steigerung der Pünktlichkeitswerte und hebt die Entlastung betroffener Anwohner dank optimierter Streckenführung hervor. DB InfraGO-Vorstand Dr. Philipp Nagl betont die erhöhte Kapazität der Nord-Süd-Achse und den positiven Effekt auf den Güterverkehr durch reibungslose logistische Abläufe. Bürgermeister Martin Löffler sieht in der barrierefreien Ausgestaltung der Stationen einen wichtigen Schritt zur inklusiven Mobilität und unterstreicht weiterhin die vertrauensvolle Kooperation von Kommune und Bahn.
Im Rahmen des viergleisigen Ausbaus wurde nicht nur die Leistungsfähigkeit der Rheintalbahn deutlich erhöht, sondern auch der Reisekomfort für Pendler und Fernreisende optimiert. Neue, ebenerdige Bahnsteige mit taktilen Leitsystemen erleichtern den Einstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Ergänzend sorgen schallabsorbierende Wände entlang des Trassenkorridors für geringere Lärmbelastung. Moderne Stellwerkstechnik erlaubt schnelle Störungsbeseitigung. Zusammen schaffen diese Maßnahmen eine umweltverträgliche und barrierefreie Verkehrsachse. Gut abgestimmte Taktzeiten gewährleisten zudem planbare Reiseabläufe unabhängig von Verspätungen externer Zugläufe.

